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Kategoriale Seelsorge der Erzdiözese Wien
Fachbereich

 

Buchtipp

Buchtipp Februar 2012
Leopold Rosenmayr: Im Alter noch einmal Leben
Wien-Berlin (Lit-Verlag) 2011

"Noch einmal leben" heißt für Leopold Rosenmayer, der auf ein reich
gefülltes Leben als Soziologe, Philosoph und Alterswisschenschaftler zurückblicken kann,
noch einmal hinschauen, auf das was geworden ist, es zu überprüfen und einzuordnen, aber
auch auszuloten, was möglich ist. Dazu gehört auch, aus neu gewonnen Überzeugungen
neue Handlungen zu setzen. Dies gilt im Streben nach menschlicher und persönlicher Weiter-
entwicklung ebenso wie im Blick auf die eigenen Grenzen. In diesem Buch verbindet er die
Ergebnisse seiner langjährigen Altersforschung mit persönlichen Begegnungen, Erfahrungen
und Erlebnissen mit Menschen in verschiedenen Kulturkreisen dieser Welt. Sie sind Beispiele
dafür, wie man im Alter neu und anders leben kann und welche Möglichkeiten dazu einer
Gesellschaft der Langlebigkeit offen stehen, denn "noch einmal leben" bedeutet nicht, noch
einmal das zu wiederholen, was einmal gewesen ist, sondern "sich frei zu machen für die
wichtigen Dinge des Lebens, deren wesentlicher Kern wohl unbestreitbar Liebe und Zuwendung
sind" (H. CH. Ehalt im Vorwort). - Das ehemalige Referat Altenpastoral der Erzdiözese Wien,
der heutige Fachbereich Seniorenpastoral, stand vor allem in seinen Anfangsjahren in regem
Kontakt mit Leopold Rosenmayr. Es verdankt ihm viele, bis heute wirksame Anregungen für
seine Tätigkeit und Schwerpunkte, die sich in diesem Buch finden.

Buchtipp Jänner 2012
Markus Hofer: Die zweite Halbzeit entscheidet - Strategien für Männer ab 40
Innsbruck (Tyrolia) 2011

Männer stellen Weichen für die zweite Lebenshälfte

"Am Anfang merkt man es kaum, die ersten Anzeichen lassen sich noch leicht
ignorieren. Eines Tages wird man aber mit der Nase darauf gestoßen, dass Mann auch älter wird..."
(S. 7) - und damit beginnen Situationen auf die Mann oft weder vorbereitet ist, noch mit denen er
zu tun haben möchte. Genau auf diese Situationen, ihre Chancen und Herausforderungen geht der
bekannte "Männerautor" in seinem neuen Buch ein. Sowohl viel eigene Erfahrung, als auch viel Er-
fahrung als Erwachsenenbildner ist in den flüssigen und zuweilen humorvoll und hintergründig
geschriebenen Text eingeflossen, der Männerbilder schildert, die inneren Lebenskurven zunächst
von Mann und dann auch von Frau beschreibt, die beim Älterwerden beide vor neue Horizonte stellen
und daraus Wegmarkierungen für das Älterwerden als Mann entwickelt. Damit betritt Markus Hofer
wieder einmal Neuland in der Literatur zur Lebensorientierung; das Thema "Älterwerden des Mannes"
ist ja weitgehend entweder tabu oder unerforscht. Mit seiner guten Beobachtungs- und Reflexionsgabe,
sowie seines Einfühlungsvermögens in eine heikle, persönliche Erfahrungswelt ist hier eine Hand-
reichung gelungen, die weiterhilft. Empfehlenswert.

Buchtipps Dezember 2011
Willi Hoffsümmer: Dankbarkeit erhebt die Seele
120 Geschichten zum Vorlesen für Gottesdienst und Seniorenarbeit
Ostfildern (Matthias-Gründewald-Verlag) 2011

Buchtipp Dezember 20111 Die Kurzgeschichten-Bände von Willi Hoffsümmer schätzen seit vielen
Jahren Prediger, Gruppenleiter, LehrerInnen. Insofern gehören sie zur Grundausstattung in
den Büchereien und Handbibliotheken der Pfarrgemeinden. Hier sind nun 120 Geschichten
speziell für die Arbeit mit Seniorengruppen thematisch zusammengestellt und aufbereitet -
eine weitere Fundgrube für alle, die zu einem bestimmten Anlass eine passende Geschichte
suchen: Als Einstieg in eine Predigt, zur Abrundung eines im Seniorenkreis besprochenen
Themas, als Input für ein Gespräch. Ein Stichwortregister hilft, das Gesuchte schnell zu finden.

Ingrid Huber: Eigentlich bin ich nur außen alt
Kurzgeschichten für Senioren
Freiburg (Herder) 2011

Buchtipp Dezember 2011 In fünf Kapitel (Geschichten für Feste und Feiern, ER und SIE-
Geschichten, "Schwarze" Geschichten, Aktionsgeschichten, Geschichten für Advent
und Weihnachten) gegliedert, finden sich hier fünfundzwanzig spannende und
witzige, nachdenklich machende und kuriose Kurzgeschichten. Sie lassen schmunzeln,
regen zum Nachdenken an und sind der Lebenswelt und dem Alltag alter Menschen
verpflichtet. Mit ihrer einfachen Sprache erreichen sie auch noch demenzkranke
Menschen, die ab und zu beigefügten Aktion-Anregungen sorgen für Spannung und
Nachhaltigkeit über die Vorlesestunden hinaus. Ein Buch für alle, die in der Pflege
und Betreuung alter Menschen tätig sind.

Buchtipp November 2011
Paula Rothmund: Treffpunkt Senioren
Fantasievolle Ideen für Gruppennachmittage
Freiburg (Lambertus) 2011

Bausteine zur Gestaltung von Seniorennachmittagen

Buchtipp November 2011 Vier Modelle mit jahreszeitlichem Themenschwerpunkt, die alle Sinne
ansprechen, sowie weitere variable Bausteine für Gruppennachmittage, diverse Spiele, Übungen
zum Gedächtnistraining, Gedichte und Lebensweisheiten, die als Aufhänger zu einem weiter-
führenden Gespräch dienen, ergeben insgesamt eine reichhaltige Materialsammlung für die
Gestaltung von Gruppenstunden mit (leicht) therapeutischem Charakter.
Sie ist daher, wenn auch die Fotos etwas Anderes suggerieren, in erster Linie einsetzbar für
den Gebrauch in Heimen oder für die Arbeit mit Gruppen hochaltriger Menschen in Pfarren,
Nachbarschaftshilfezentren oder Sozialeinrichtungen. Für dieses Segment gehört es zu den
Büchern der Marke "Fundgrube", in denen man immer etwas findet.

 

Buchtipp Oktober 2011
Margarete Schneeberger, Sonja Jahn, Elfriede Marino:
"Mutti lässt grüßen...." - Biografiearbeit und Schlüsselwörter
in der Pflege von Menschen mit Demenz
Hannover (Schlütersche Verlagsgesellschaft) 2008

Ratgeber für Pflegekräfte, Pflegehilfskräfte und Angehörige

Buchtipp Oktober 2011 Schlüsselwörter sind Wörter oder Sätze, die einen Menschen, der
bereits sehr schwer demenzkrank ist, noch zu Reaktionen anregen. Sie erschließen
Erinnerungen, beruhigen, erheitern, bewirken eine Verhaltensänderung und erleichtern
dadurch ganz wesentlich die Pflege und Betreuung. Betreuungspersonen stoßen darauf
meist zufällig. Die Arbeit mit Schlüsselwörtern gewinnt immer mehr an Bedeutung,
sowohl für professionelle Pflegekräfte als auch für Angehörige. Sie wird hier anschaulich
vorgestellt durch klare Erläuterung mit Hilfe zahlreicher Beispiele als auch durch Methoden,
die auch für den Laien unkompliziert anwendbar sind. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag
zu einem einfühlsamen und an der Persönlichkeit orientierten, aber auch zu einem
professionelleren Umgang mit demenzkranken Menschen. Es ist eine gelungene
Mischung aus Information, Ratgeber und Arbeitshilfe. Zu empfehlen für Profis und Laien
in der Pflege, es ist aber auch wertvoll für alle, die Biografie- und Erinnerungsarbeit
anbieten.

Buchtipp September 2011
NEUERSCHEINUNG! Hanns Sauter: Der Herr segne und behüte dich
Segensfeiern und Gottesdienste mit Senioren
Verlag Friedrich Pustet

  Dieser Band bietet Texte und Gestaltungsvorschläge für Segensfeiern,
Andachten, Wort-Gottes-Feiern und Messen mit älteren Menschen. Die praxiserprobten
Modelle berücksichtigen die unterschiedlichen Gegebenheiten in der Pfarrgemeinde oder in
Pflegeeinrichtungen und können leicht an eigene Erfordernisse angepasst werden. Sie gehen
vom Ablauf des Kirchenjahres aus und setzen die dadurch vorgegebenen Themen zielgruppen-
gerecht um. Einen besonderen Schwerpunkt des Buches bilden die Segensfeiern, denn gerade
für ältere Menschen gibt es zahlreiche Anlässe sich besonders unter den Segen Gottes zu
stellen oder den besonderen Segen Gottes für jemanden zu erbitten.

Sommerbuchtipp 2011
Johannes Pausch, Gert Böhm: Ich bin dann mal alt!
Dem Leben auf der Spur bleiben - spirituelle Altersvorsorge
München (Kösel)

Viele Ratgeber für ein gutes Älterwerden enthalten Vorschläge zur
Gesundheitsvorsorge, zum Erhalt der Fitness, zur materiellen Absicherung des Lebens-
unterhaltes. Für die Autoren dieses Buches ist dies - so sinnvoll und notwendig es auch
ist - nur ein Teil der Altersvorsorge, die zu einem erfüllten Älterwerden beiträgt.
Wesentlich für sie ist eine spirituelle Lebensführung, worunter sie die bewusste Gestaltung
des Lebens verstehen. Damit aber sollte bereits im mittleren Erwachsenenalter begonnen
werden. Auf mehr als 200 Seiten geben sie dazu Anregungen und Wegweisungen, die sie
an der natürlichen Autorität von Josefine Wagner, der über 100 Jahre alten Lindenwirtin am
Wolfgangsee, überprüfen. Ihre Gedanken und Aussprüche ergänzen die eher psychologisch
ausgerichteten Ausführungen der Autoren durch die alltägliche Lebenserfahrung. Vor allem
diese Lebensweisheiten zeigen, was zu einem gelassenen Weg ins Alter gehört und wie dieser
aussehen kann. Eine durchaus alternative Lektüre unter der einschlägigen Ratgeberliteratur
und darüber hinaus eine anregende Sommerlektüre.

Buchtipp Juni 2011
Jacob Grimm: Rede über das Alter
Rede auf Wilhelm Grimm
Göttingen (Steidl) 2010

1860, wenige Wochen nach dem Tod seines Bruders Wilhelm, hielt Jacob
Grimm seine "Rede über das Alter". Er geht darin auf unterschiedliche Seiten des Älterwerdens
ein wie: nachlassende Kraft, Gebrechlichkeit, Altersgeiz, Gelassenheit, emotionale Ausstrahlung...
und plädiert für einen Spielraum, der jedem Einzelnen für seine Persönlichkeitsentfaltung zustehe
und resümiert, dem alten Menschen stünde es, statt über seine Situation zu jammern, besser zu,
dankbar dafür zu sein, dass er so weit im Leben habe fortschreiten können. In diesem Sinne könnte
man den Nachruf auf seinen Bruder Wilhelm als Beispiel für ein so verstandenes Alter verstehen,
denn wenn Jacob Grimm auch zu Beginn seiner Rede davon sprach, er wolle nur auf die wissen-
schaftliche Tätigkeit seines Bruders eingehen, so spricht aus den Zeilen eine tiefe menschliche
Wertschätzung, die über eine nur akademische Würdigung weit hinausgeht.
Die Lektüre stimmt nachdenklich und regt mehr als 150 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen an,
über "Wert" und "Unwert" des Alters nachzudenken; die Bereitschaft vorausgesetzt, sich durch
die altertümliche Sprache nicht von der Lektüre abhalten zu lassen. Die bibliophil gestaltete
Aufmachung macht das nicht sehr umfangreiche Buch zu einem netten Geschenk für Menschen,
die über ihr Alter nachdenken.